Aus dem Blog

Die Schönen Mannheims

 

Ich hatte wieder einmal das Vergnügen im Auftrag der Schwetzinger Zeitung an einem Event in der Stadthalle Hockenheim teilzuhaben. Ein weiteres Mal bei den „Schönen Mannheims“ – welch ein Bühnenspektakel! In diesem Zusammenhang möchte ich auch vielmals danken, dass ich diesen Beitrag online stellen darf, was mich enorm freut!

Auch diesmal war ich mit meiner Nikon D750 und dem Tamron SP 70-200 mm F/2,8 Di VC USD G2 vor Ort, um einige Momente einzufangen. Dabei konnte ich es mal wieder nicht lassen, noch ein wenig mit der Mehrfachbelichtung zu experimentieren.

Im Folgenden meine Eindrücke zur Show:

Wieder einmal ist es ihnen gelungen! Nach ihren Bühnenprogrammen „Hormonyoga“ und „Ungebremst“ schafften die „Schönen Mannheims“ erneut den Spagat zwischen lockerer, humorvoller Unterhaltung und Tiefsinnigkeit. Bei ihrem dritten Programm „Entfaltung“ wird der Name zum Programm. Mal geht es um das Streben nach knitterfreien Zonen – schließlich wird keine(r) jünger – und mal um die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.

Somit profitierten am Samstagabend die Besucher der Stadthalle gleich in doppelter Weise: Zahlreiche Tipps und Tricks, wie man mit dem Altern umgehen könnte, wurden ihnen serviert. Weiter konnten sie ihre Lachmuskeln trainieren und damit die Gesichtsstraffung aktivieren, was bedeutete, dass die zahlreichen Zuschauer nach dem gut zweieinhalbstündigen Programm leicht verjüngt, strahlend und aufrecht gehend die Stadthalle verließen.

„Aufrecht gehen!“ heißt einer der zahlreichen meisterhaften Songs und Tipps der vier „Schönen mit Klavier“. Aufrecht durchs Leben gehen, sich nicht unterkriegen lassen, seine Träume verwirklichen, in Würde altern – aber wie, wenn Hexenschüsse, Phobien und noch viel mehr plagen? Die vier „Schönen“ Susanne Back, Anna Krämer, Smaida Platais und Stefanie Titus (Klavier) setzen jedoch auf der Bühne alles daran, dem Verfall Herr zu werden. Mit viel Witz und Humor wirkten sie den Knitterzonen bei sich selbst wie auch beim Publikum entgegen. Dazwischen zahlreiche Gesangseinlagen, bei denen die bestens harmonierenden und doch so unterschiedlichen Stimmen virtuos zur Geltung kommen.

Doch nicht nur die Stimmen der „Schönen Mannheims“ bergen ihren eigenen Charakter. Auch sonst bringt jede einzelne etwas Eigenes auf die Bühne: Mal ist es der trockene Humor der Pianistin Stefanie Titus, dann wieder die Sensibilität der Sängerin Susanne Back, ein andermal überzeugt Sängerin und Schauspielerin Anna Krämer durch ihre temperamentvollen und teils derben Auftritte, während die Sopranistin Smaida Platais zunächst viel Ruhe ausstrahlt, es dann aber schafft, allein mit ihrer vollen Stimme den gesamten Raum einzunehmen.

Sie sind so unterschiedlich und doch eine Einheit, höchste musikalische Qualität präsentierend. Wer sie am Samstagabend auf der Bühne erlebte, dürfte wie schon während der vergangenen sieben Jahre ihrer Schaffenszeit überzeugt davon sein, dass die vier Damen genau dort sind, wo sie sein wollen. Und das mit einem Höchstmaß an Freude und Professionalität.

Auch diesmal gelingt es ihnen perfekt, die Alltagsthemen und -probleme charmant und humorvoll, geistreich und mit Sexappeal an die Zuschauer heranzutragen, was sichtlich ankommt. Viele Lacher, Zwischenapplaus und Jubelrufe ernten die „Schönen“ wiederholt während des gesamten Programms.

Kein Wunder, denn mit der „fliegenden Hitz’“ kennen sich ja auch viele Besucher bestens aus, und die Vorstellung, es könne vegan lebende Hunde geben – Gemüse knabbernd, grüne Häufchen fabrizierend und nach dem Ableben kompostierbar – ist an Skurrilität kaum zu übertreffen. Darüber hinaus lüfteten die Grazien ein großes Geheimnis: Wie lernten sie sich kennen? Wer hätte gedacht, dass dies in einer Selbsthilfegruppe für unter Phobien leidende Menschen war?

Nach der Pause ist das Thema „Mobbing“ angesagt. Was läge da näher, als eine einzigartige vom Piano begleitete Tanzformation, jede der Damen „bewaffnet“ mit einem „Mob“, um das Thema am Ende einfach von der Bühne zu wedeln?

Dass sie ebenfalls Talent zum Rappen hatten, stellen die Schönen genauso unter Beweis wie das Talent für ruhige Töne. „Irgendwo auf der Welt gibt es ein kleines Stückchen Glück“ – Lilian Harveys unvergessenes Werk lässt so manchen Zuschauer ins Träumen und Schwärmen geraten. Den kaum enden wollenden Applaus am Ende der Show haben sich die „Schönen Mannheims“ redlich verdient, den sie wiederum gerne durch zwei Zugaben belohnen, eine davon jedoch bereits in bettfertigem Zustand: in Bademänteln und Hausschuhen und nicht zuletzt mit einer guten Portion Faltencreme für weiterhin möglichst viel Entfaltung.

Selbige wünschen sie auch dem Publikum, das zwar gewissermaßen optisch verjüngt, dessen Kleidung dagegen nicht ganz knitterfrei die Stadthalle verlassen haben dürfte. Aber dafür gibt es ja Bügeleisen!

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