Aus dem Blog

Portugal – Rota Vicentina (1. Etappe)

 

Das Abenteuer ging los! Im Folgenden teile ich mit euch, was ich nach der 1. Etappe festgehalten habe:

Rota Vicentina – Die 1. Etappe

22 km von Porto Côvo nach Vila Nova de Milfontes

 

Kaum waren wir im Hotel Mil Réis in Vila Nova de Milfontes angekommen, gab es ein ausführliches „briefing“, was die Vorfreude auf die uns bevorstehende Tour nochmals steigerte. Zu allen Etappen und Orten, in denen wir übernachten würden, gab es Material mit Beschreibungen und Tipps. Absolut hilfreich, denn es war ja so gar nicht klar, worauf wir uns da eingelassen hatten.

Schließlich bezogen wir unser Zimmer, das klein, aber fein war: modern, hübsch und stilvoll eingerichtet, sauber etc. Es übertraf eindeutig die Erwartungen. Wir beschlossen, direkt eine der Restaurant- Empfehlungen zu testen und steuerten das Tasca do Celso an. Es stellte sich als erstklassiges Restaurant heraus. Prima Preis-Leistungsverhältnis! Egal, ob Fisch, ob Fleisch: Man is(s)t dort bestens aufgehoben! Von der Vor- bis zur Nachspeise passt einfach alles. Die Krönung: Zum Espresso nach dem Essen wurde ein Säckchen mit einer Auswahl verschiedener Nüsse zum Selbstknacken serviert, die zum Kaffee geknabbert werden können. Zu guter Letzt gab es noch einen Eichel-Likör aufs Haus. Richtig! Ein Likör aus Eicheln. Exzellent kann ich nur sagen! Die Flasche verweilte zum Nachschenken auf dem Tisch. Das ist Gastfreundlichkeit! 👍😊

Als am nächsten Morgen der Wecker klingelte, lag allerdings Ernüchterung in der Luft: Es regnete! So hatte ich mir unsere 1. Etappe nicht unbedingt vorgestellt. Wir rüsteten uns entsprechend und schon ging’s los. Zunächst der Transfer ins mit dem Auto 20 Minuten entfernte Porto Côvo. Dort sollte unsere 1. Etappe des Fischerpfades starten. Immerhin regnete es mittlerweile nur noch leicht. Wir suchten noch schnell einen Supermarkt auf, da unterwegs keinerlei Einkaufs- und Einkehrmöglichkeit sein würde, dann machten wir uns auf den Weg. Zum Glück tröpfelte es nur noch leicht. Schon die ersten Kilometer ließen die Begeisterung wachsen, denn das trübe Wetter wurde von der umwerfenden Natur wettgemacht. Und selbst das Wetter übte Nachsicht und besserte sich von Kilometer zu Kilometer. Die Sonne kam irgendwann heraus und präsentierte die Küste mitsamt dem Trail als wahres Naturschauspiel. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie beeindruckend die Wanderung war. Fast 23 km lang toppte ein beeindruckender Küstenabschnitt den nächsten. Dazu eine faszinierende Vegetation: Sukkulenten (vor allem die „Hottentottenfeige“), Lavendel, Thymian, Rosmarin uvm. Man kann sich kaum vorstellen, welch würziger Duft in Kombi mit der Salzluft in der Luft lag!

Ebenfalls kaum vorstellbar: Es gab Abschnitte, auf denen wir tatsächlich komplett fernab jeder Zivilisation schienen. Keine Menschenseele, kein Haus, kein piepsendes Handy, … einfach nur wir und die beeindruckende Natur um uns herum, stets das Rauschen des Meeres im Ohr. Nur eines trübte diese Idylle: Auch hier findet sich so einiges an angeschwemmtem Plastikmüll am Strand. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie viel davon bereits in den Meeren umherschwimmt und der Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen macht.

So legten wir einen Kilometer nach dem anderen zurück, stapften oftmals etwas mühsam durch den Dünensand, auch mal über einen Strand, meist aber direkt an der Steilküste entlang. Schon allein das raubte mir hier und da den Atem. Wer unter Höhenangst leidet, wird des Öfteren auf die Probe gestellt, denn es gibt Stellen, an denen man sich nur wenige cm vom Abgrund entfernt bewegt. Dann sieht man plötzlich in Schwindel erregender Höhe hoch auf einem Felsen ein Storchennest mit Jungen Störchen darin, denen es scheinbar ziemlich gut dort gefiel. So relativierte sich alles wieder.

Insgesamt kann ich nur ein Fazit ziehen: Es lohnt sich! Das alles zu erfassen fällt mir persönlich nicht ganz leicht. Es ist schlichtweg überwältigend! Zurück in Vila Nova de Milfontes musste ich erst einmal das Erlebte sortieren und verarbeiten. Doch war ich auch erfüllt von einer Portion Glück hinsichtlich des Erlebten. Da kam ein gemütlicher Tagesausklang – erneut im Tasca do Celso mit einem feinen Essen – ganz gelegen. In gespannter Erwartung, was die nächsten fünf Etappen wohl bringen würden. 😊

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