Aus dem Blog

Portugal – Rota Vicentina (3. Etappe)

 

Auch zu Etappe 3 hielt ich direkt meine Eindrücke fest. Hier sind sie:

 

Rota Vicentina – Die 3. Etappe

20 km Almograve/ Longueira nach Zambujeira do Mar

 

Heute ging es erst mal gemächlich los, denn die Dame des Hotels transferierte uns nach dem Frühstück im “Hühner-Wohnzimmer“ zum Beginn der Wanderetappe an den Strand von Almograve. Das Wetter: unbeständig, kühl, windig. Es sollte sich aber zu einer sehr eindrucksvollen Etappe entwickeln. Gut zu bewältigen und von der Kulisse her sehr imposant. Die heutige Etappe ergriff mich sehr. Es ging wieder viel an der Küste entlang, oftmals wieder auf Sand und sehr nah an der Steilküste entlang, durch Dünen und eine wunderschöne Tier- und Pflanzenwelt sowie deutlich weniger Menschen um uns herum als am Vortag. Insgesamt ist es von der Zahl der Wanderer überschaubar, doch sind mittlerweile durchaus einige Wandervögel in Portugal unterwegs. Heute aber war es ziemlich ruhig auf dem Weg, sodass ich sehr in mich gehen und das alles, was da um mich herum war, förmlich einsaugen konnte. Tatsächlich trifft es das recht gut, denn u.a. umgab uns immer wieder ein Meer von “rock roses“ (Zistrose), deren Duft die Luft erfüllten. Wunderbar! Dazu eine mehr als beeindruckende Küstenlandschaft. Mir fehlen schier die Worte, um das Erlebte würdig zu schildern. Mir persönlich kommt es jedoch wie ein enormes Geschenk vor, so etwas erleben zu dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Das Hotel abends in Zambujeira zählte dann eher wieder zur einfacheren Sorte, doch nach all den Tageserlebnissen war das zweitrangig. Auch die wenig nette Bedienung, die einem das Essen völlig unmotiviert auf den Tisch knallte, war zwar eigentümlich, trotzdem konnte sie mir die einzigartigen Eindrücke des Tages nicht nehmen, die mich gerade in eine recht nachdenkliche Stimmung versetzen. So ein Weg macht definitiv etwas mit einem. Lässt man es zu, kommt man sich selbst und seinen Gedanken, seinem ICH ein gewaltiges Stück näher. Ich muss erst einmal verarbeiten und sortieren, was da alles um mich und in mir passiert. Wovon ich jedoch absolut überzeugt bin: Es war richtig, diesen Trail zu gehen. Mir lag auch vorher schon die Natur sehr am Herzen und ich wusste sie zu schätzen. Nun sehe ich sie noch einmal mit anderen Augen: ihre Einzigartigkeit und Besonderheit, ihre Gewalt und Stärke, doch vor allem auch ihre Verletzbarkeit. Wie wichtig es doch ist, das Gleichgewicht der Natur zu bewahren und generell die Natur zu schützen. Es stimmt nachdenklich und auch traurig, dass so viele genau das nicht sehen. Immer geht es darum, mehr haben und erreichen zu wollen. Alles muss besser, schneller, bequemer und größer werden. Damit wird sich die Menschheit jedoch irgendwann selbst abschaffen. Dabei gibt es eigentlich nur einen Reichtum: die Natur bzw. eine intakte (Um-) Welt sowie im Einklang mit dieser und seinen Mitmenschen zu leben.

Jetzt komme ich ganz schön mit erhobenem Zeigefinger daher! Mich aber beeindruckt das alles gerade sehr und die heutige Etappe unterstützt dies besonders stark. Immer noch bin ich mehr als ergriffen von den Erlebnissen des Tages. Morgen geht es weiter. Mit dem Wandern, den Gedanken, Erlebnissen uvm. Auf nach Odeceixe! 😍

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