Aus dem Blog

Portugal – Rota Vicentina (6. Etappe)

Nun die Eindrücke der 6. Etappe, die leider keine Richtige mehr war:

 

Rota Vicentina – Die 6. Etappe

12 km von Alzejur nach Arrifana

 

Fiel leider aus! Ich bin traurig deshalb, dennoch ist es die vernünftige Entscheidung. Die Etappe wäre wohl unter den gegebenen Umständen nicht zu genießen gewesen. Wie gestern erwähnt, war die frühe Abfahrt des Busses das Problem. Natürlich hätten wir sehr früh aufbrechen können. Das wäre Voraussetzung gewesen, um den Weg zu schaffen. Dann wäre aber immer noch die Notwendigkeit gewesen, dass wir den Weg auch immer auf Anhieb finden. Im Großen und Ganzen war die Route immer gut ausgeschildert bzw. markiert. Zweimal kam es jedoch zum Missverständnis, sodass wir falsch liefen. Einen solchen Fehltritt hätten wir uns in unserem Fall nicht erlauben dürfen. Ebenso eine fragliche Komponente: Wäre das Taxi, das uns von Arrifana zurück zum Hotel hätte bringen sollen, pünktlich gekommen? Viel Spielraum gab es da nicht. Eine halbe Stunde für Rückfahrt, Gepäck holen, auschecken und zur Haltestelle laufen. Nicht gerade üppig. Hätten wir den Bus verpasst, hätte es bedeutet, bis nachmittags warten zu müssen, wieder bangen, ob wir die Anschlüsse nach Lissabon erwischen, um letztendlich nahezu mitten in der Nacht in Lissabon anzukommen. Das wollten wir nicht. Schade, dass die Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu und von diesen kleinen Orten wegzukommen, doch sehr begrenzt sind. Deshalb diese Entscheidung der Vernunft.

Dennoch waren wir nicht untätig. Nach dem Frühstück brachen wir auf, erkundeten nochmals etwas den Ort, der recht hübsch ist ,und schließlich ging es hoch zum Castelo, von dem sich ein gigantischer Rundum-Blick bot. Allein diesen hätten wir nicht „mitnehmen“ können, wären wir die Etappe gewandert. Die Zeit wäre kaum gegeben gewesen und wir hätten sicher nicht die Ruhe dazu gehabt.

So keimte aber ein anderer Plan auf: Die Tour war so beeindruckend, dass es eine Fortsetzung geben soll. Der Start wäre dann genau mit dieser Etappe. Von Aljezur soll es dann weitergehen Richtung Süden, zunächst nach Arrifana. Danach weiter nach Bordeira, Vila do Bispo und schließlich Sagres, dem südwestlichsten Punkt Europas. Natürlich wären auch Zwischenetappen möglich, da es recht lange Etappen sind. Weiter Richtung Süden führt nämlich meist nur noch der historische Pfad, wobei hier und da eine ausgedehnte Runde an die Küste möglich ist, dies aber entsprechend die Strecke verlängert.

Ebenso keimte der Gedanke auf, generell den historischen Pfad zu erkunden, der deutlich weiter nördlich als der Fischerpfad beginnt und durch viele historisch bedeutende Orte führt. Sicher ist auch dieser lohnenswert.

 

Auch wenn es mich traurig stimmt, die letzte Etappe nicht mehr erlebt zu haben, kann ich nur sagen, dass es insgesamt eine wunderbare Wanderung war. Es waren ganzen einzigartige Erlebnisse und ich muss gestehen, dass es mir schwerfällt, nun wieder in den deutlich beschleunigten Alltag zurückzukehren. Die vergangenen Tage verliefen komplett im Ruhemodus: laufen, die Natur genießen, gigantische Panoramen, kaum Digitales um sich herum, … einfach schön. Jedem Natur- und Wanderliebhaber nur zu empfehlen und für Durchschnittswanderer gut zu meistern. Der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ bewahrheitet sich hier eindeutig!

Zwar freue ich mich nun auch auf die restlichen Urlaubstage in Lissabon, doch ich weiß jetzt schon, dass es ein extremer Moduswechsel sein wird. Bald sind wir da! 😊

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